Elisabeth Wischeropp
Biographie
Sept.—Dez.2008
Kurse im Paula-Haus, Worpswede
2008
Dozententätigkeit im Künstlerhaus auf Spiekeroog für Portrait und Figurmodellieren
seit 2005
Atelier in der Waltjenstraße 138, 28237 Bremen
2001—2005
Kursleiterin bei der Volkshochschule Bremen
seit 1999
Mitglied im Künstlersonderbund für Realismus, Berlin
1996
Preisträgerin des Wettbewerbs »Zeitgenössische Keramik«, Offenburg, für gemeinsame Arbeit mit Martin Mindermann
seit 1993
Ateliergemeinschaft mit Karin Bablok, Eberhard Szejstecki und Martin Mindermann im Alten Pumpwerk, Bremen
1986–1993
Studium an der Hochschule für Künste, Bremen
Diplom und Meisterschülerin bei Prof. Waldemar Otto
1966
Umzug nach München
1961
geboren in Erlangen
Ausstellungen
07.—17.05.2009
Beteiligung am „Bremer Kunstfrühling“ (Galerien und Museen);
Präsentation der Galerie Cornelius Hertz im Güterbahnhof, Bremen
2008
Dozententätigkeit im Künstlerhaus auf Spiekeroog (Portrait und Figurmodellieren)
gemeinsame Ausstellung zum Thema „Menschenportraits“ mit dem Maler Kerry Horne,
Galerie „Amsterdam“, Amsterdam
Lehrtätigkeit in einer Schule, Bremen
Kunsthandwerkermarkt, Bad Bevensen
Künstlersonderbund für Realismus, Berlin
- Kunstverein Coburg e.V., Coburg
- Burg Beeskow
- Brandenburg
Töpfermarkt, Oldenburg
gemeinsame Ausstellung mit der Malerin Karen Krauss in der Galerie Cornelius Hertz, Bremen
gemeinsame Ausstellung mit dem Maler Kerry Horne im Hotel „Der Eichenhof“, Worpswede
2007
Kunstkreis, Rolf-Flemes-Haus, mit Eberhard Szejstecki, Hameln
Galerie Blaues Haus, Worpswede
Keramikmarkt, Oldenburg
Töpfermarkt Worpswede
Keramikmarkt, Bad Bevensen
Weihnachtsmarkt, Worpswede
2006
Waldemar-Koch-Haus, Im Schnoor, Bremen
Keramikmarkt, Oldenburg
Ladengalerie von u. mit Ellen van Ess, Berlin
Gruppenausstellung, Künstlersonderbund für Realismus, Berlin
„Ästhetische Botschaften - Die Postkarte als Kunstwerk“
Gruppenausstellung, Galerie Netuschil, Darmstadt
„Kleinplastiken“
Lehrtätigkeit in Worpswede für Modellieren und Zeichnen bei U. Barwitzky
2005
Musée de Carouge, Thema: »1 Vase für 1 Blume«, Schweiz
Skulpturenmarkt Wiesmoor, Leer
Töpfermarkt, Oldenburg
Künstlersonderbund für Realismus, Jahresausstellung, Berlin
Töpfermarkt Terratrubel, Hamburg
Kemptener Kunstkabinett, Allgäu
Museu de Ceramica Manises, Spanien
2004
Biennale de la Sculpture en Ceramique, Mamer, Luxemburg
Keramikmarkt Oldenburg
Künstlersonderbund für Realismus Berlin
Gruppenausstellung Schloss Reinbeck Hamburg
Gruppenausstellung Galerie Süss, Fischerhude
Gruppenausstellung Grafiken, Schloss Wiligrad, Schwerin
Kleine Portraitausstellung im Foyer des Gerhard-Marcks-Hauses anlässlich der Langen Nacht der Museen
Gruppenausstellung Die Bremer Bildhauerschule, Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
Kunstausstellung »Sonnenhof»; im Winuwuk-Haus, Bad Harzburg
Gruppenausstellung im Kunstkreis Hameln
2003
Gruppenausstellung »Schloss Reinbeck«, Hamburg
Gruppenausstellung Haus Hünenberg, Achim, Bremen
Große Gruppenausstellung Künstlersonderbund für Realismus, Kommunale Galerie in Wilmersdorf/Berlin
2002
Kassenärztliche Vereinigung, Bremen
Kunstverein Lüneburg
Emslandmuseum, Schloss Clemenswerth, Sögel
Gruppenausstellung der Bildhauer des Künstlersonderbundes für Realismus
In der Matthäus-Kirche, Berlin
2001
forum Kirche, Hollerallee, Bremen
Mariott-Hotel, Bremen
Galerie Schmolling, Bissendorf bei Hannover
Große Gruppenausstellung des Künstlersonderbundes für Realismus, Wilmersdorf, Berlin
2000
Einzelausstellung im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses, Bremen
Atelierausstellung anlässlich des Christopher-Street-Day
Kunstversteigerung zugunsten behinderter Kinder, Friedehorst, Bremen-Vegesack
Kunstversteigerung, Galerie am Potsdamer Platz, Berlin
Kassenärztliche Vereinigung, Bremen
Galerie Kohlstedt, Lüneburg
1999
Gruppenausstellung im Kloster Cismar
Kaspar-Hauser-Schloss, Pilsach bei Nürnberg
Lehrtätigkeit an der Escuela Taller Arte Fuego, Caracas, Venezuela
Galerie Hinrich Kröger, Berlin
Gruppenausstellung »Kleinplastik« im Foyer des Gerhard-Marcks-Hauses, Bremen
Teilnahme an der Biennal Europea De Ceramicà Manises, Valencia, Spanien
Gruppenausstellung im Kaspar-Hauser-Schloss, Pilsach bei Nürnberg
Teilnahme an einer Ausstellungsreihe des Künstlersonderbundes für Realismus, Glashaus an der Urania, Berlin
1998
Ausstellungsprojekt der Galerie Birgit Waller, Bremen
Städtische Galerie Kulturforum, Offenburg
Galerie Kreutziger, Worpswede
Galerie Fayt, Köln
Bildhauer-Symposium im Schloss Gottorf in Schleswig
1997
Grafik-Börse, Stadthalle, Borken in Westfalen
Galerie Faita, Hameln
Galerie beim »Roten Turm«, Sommerhausen bei Würzburg
Galerie Kohlstedt, Lüneburg
Kunstverein, Gräfelfing bei München (mit Ellen Sturm, Eberhard Szejstecki, Waldemar Otto)
1996
Ambiente, Internationale Messe, Frankfurt
Galerie Wohnen und Kunst, Hamburg
»Flora und Gefäß«, Stadthalle Neumünster
»Figur und Gefäß«, Kunst- und Auktionshaus, Leipzig
»Figur und Gefäß«, Galerie Schmolling, Bissendorf bei Hannover
Bildhauer-Zeichnungen, Kunstverein Eisenturm, Mainz
1995
Galerie Schmolling, Bissendorf bei Hannover
1994
Kunstkabinett, Kempten
1993
Neue Diele, Jork/Niederelbe
1992
Kunstkabinett, Kempten
16.11.–11.12.
Mit Karen Krauss, Martin Mindermann, Manfred Kirschner: Ausstellung in Salones de
Exposicion „Arturo Borda, Maria Esther Ballivián y Antonio Gonzáles Bravo“ de la
Casa de la Cultura „Franz Tamayo“ in La Paz, Bolivien, und
Lehrtätigkeit an der Academia Nacional Bellas Artes in La Paz
13.—14.06.2009
Kunstmarkt in Thedinghausen bei Bremen
13.—14.06.2009
Kunstmarkt in Thedinghausen bei Bremen
10.—14.08.2009
Akt- und Portraitmodellieren mit anschließendem Abformen in Gips;
„Sommerakademie“ U. Barwitzki, Adolphsdorf bei Worpswede
01.—02.08.2009
Internationale Keramiktage, Oldenburg
Arbeiten im öffentlichen Raum
2008
„Kleiner Napoleon“, Bremer Landesbank, Bremen
2005
Eingeladener Wettbewerb, Portrait von Albert Ballin, ehemaliger Generaldirektor der Hapag Lloyd, Hamburg
»Kleiner Goldkopf« Bremer Landesbank, Bremen
2004
Kleine Figur, Bremer Landesbank, Bremen
2003
2 x »Kleiner Napoleon«, Bremer Landesbank Bremen
2002
»Kleiner Napoleon« und »Kleine Frau«, Bremer Landesbank, Bremen
2001
Plastische Arbeiten in der Graphothek, Bremen
»Kleiner Napoleon«, Sparkasse, Syke
»Porzellangefäß«, Mariott Hotel, Bremen
Geschäftsgründer »Herr Tollkühn«, Portraitbüste, Firma für Truckerartikel, Stuhr
1999
»Dirigent Hellmuth Schnackenburg«, Portraitbüste, Konzerthaus Glocke, Bremen
1998
»Oderflut«, zwei Kachelbilder und eine Bronzebüste, Marineoperationsschule Bremerhaven
1997
Keramik-Museum Berlin
Museen Heilbronn, Dr. Pfeiffer
1995
»Meyer, Mendelejew, Cannizzaro«, Denkmal dreier Chemiker, Bronze, Kunst im öffentlichen Raum, Varel am Jadebusen
»Bürgermeister Hans Koschnik«, Portrait, Künstlerförderung der Stadt Bremen 1996 Städtische Sammlung, Offenburg
Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart
Rede im Kunstverein Lüneburg, gehalten von Frau Regina Bolgen, 2000
Sehr geehrte Anwesende!
Heute haben Sie die Möglichkeit, die Werke einer kraftvollen Frau und Künstlerin an sich herankommen zu lassen. Und ich darf Sie, meine Damen und Herren, bei diesem Vorhaben unterstützen.
Wer sich wie Sie auf eine Ausstellung mit den Arbeiten von Elisabeth Wischeropp einlässt, stellt sehr schnell fest, dass Sie nicht einfach zu einer Vernissageeröffnung hereingeschaut haben; sondern dass Sie in ihrer ganzen inneren Einstellung zur darstellenden Kunst angesprochen werden und aufgefordert sind, mit zu schauen, mit zu fühlen, mit zu erleben; dass Menschen wie Sie und ich sich in der Ausdruckskraft ihrer persönlichen Empfindungen von Elisabeth Wischeropp zeichnen und modellieren ließen.
Zeichnen hat für diese sehr differenziert empfindende und dementsprechend kreativ schaffende Frau, die Bedeutung von stillem Beobachten, von Leichtigkeit und von Loslösen.
Wenn Elisabeth in der Anonymität der Akademien in München und Berlin ihre Modelle findet und die Akte in weitläufigen, zügigen Strichen auf das Papier bringt, dann ist das für sie ein zärtlicher, weicher, eher distanzierter Umgang mit den lebendigen Formen. Sie genießt dankbar die gelassene Bereitschaft der Modelle. Dabei nimmt sie die Position eines distanzierten Voyeurs ein. Sie lauscht, beseelt und in innerer Ruhe, der leisen Formensprache dieser Menschen. Eine solche Zeichnung gibt dem Betrachter die gleiche
stille Freude, wann immer er sein Bild anschaut und genießt.
Bereits sehr anders wirkt auf uns die Radierung, das Werk mit der „kalten Nadel“.
Hier sagt Elisabeth Wischeropp, muss entschlossen und zügig die Nadel in der Kupferplatte ihre deutliche Spur hinterlassen. Hier wird Führung und Kraft spürbar und sichtbar. Diese Kunst verlangt bereits eine gewisse Agressivität. Ein Wollen, ein unbedingt Müssen, ein entschlossenes Tun. Kein Zögern, kein liebevolles Stricheln kann die Nadel in Elisabeth Wischeropps Hand erdulden. Es muss die Form hinein. Es soll der Eindruck fest verankert sein, damit der Ausdruck eindeutig sein kann.
Elisabeth Wischeropp ist die passionierte Täterin!
Ihre Lust beim Erschaffen von Formen des Lebens ist nicht kalkuliert, kühl oder gar distanziert.
Diese Künstlerin schaut nicht verschämt zwischen den leicht gespreizten Fingern hindurch auf ihr lebendes Modell, um dann die eigene Vorstellung mit der Wirklichkeit sympathisieren zu lassen! Da gibt es kein diskretes Schauen mit dem Ergebnis einer geschönten Modellage. Da wird die augenblickliche Befindlichkeit des Modells sofort, in einem Zuge und genau in die entsprechende Form transportiert.
Elisabeth überrascht das Modell bei einer selbstvergessenen Haltung, bei der kühnen oder lässigen Darstellung von momentanem Gefühl.
Elisabeth ergreift den Augenblick, macht ihn sich zu eigen und setzt die Energien dieses Momentes modellierend um. Sie tut dies mit allen Ecken und Kanten der darin gerade enthaltenden Spannung.
Das Leben, die erspürte Wirklichweit, das Wesen, das Wesentliche springt uns an in der Darstellung ihrer Männergestalten.
Eckig und kantig formt das Material die physische Innenspannung des Modells während seiner Bewegung. Kühl mag der Anthrazit des Materials auf uns wirken, dabei wählte die Künstlerin hier bewusst und klug: Durch die Dunkelheit bleibt tatsächlich Intimität erhalten. Es ist, als würden wir nicht wirklich alles sehen können, weil ein Schattenmantel das Unbewusste vor unseren Blicken schützen würde.
Männer und Frauen stehen oder liegen als Paar zusammen, dennoch zeigt uns das Unglatte: Sie bleiben im Wesen getrennt voneinander. Jeder erlebt das Beieinander auf eigene Art. Jeder lebt seine Energie. Zusammen und dennoch getrennt voneinander durch die komplette Andersartigkeit des Wesens. Nähe ohne die totale Verschmelzung, wie wir sie so gerne träumen.
Aber sehen Sie hin!
Es ist keinesfalls traurig, diese totale Einheit zu vermissen, eher ist es beruhigend und konstruktiv wenn wir erkennen dürfen, dass Nähe schön aussieht und eben nicht die Aufgabe des so lebensnotwendigen eigenen Charakter-Wesens bedeutet!
Im Kontrast zu den Männern und den Paaren stellen sich die Frauengestalten aus hellem, schattenlosen Material dar. Weich und sich selbst genug stehen sie da. Sie fassen sich an, berühren mit Händen und Armen ihren Körper. Ruhig und glatt, sanft und formenfroh weiblich bieten sie dem Betrachter Ruhe an. Beschaulichkeit geht von ihnen aus.
Diese Variante der empfindsamen Form finden wir nochmals bei den Büsten in Porzellan und Gips.
Freundliche, in sich gekehrte Gesichter. Introvertiert und licht gestaltete Köpfe, die uns freundlich stimmen. Sie nehmen einen Teil unseres Wesens auf und sind gut Freund mit uns.
Doch gleich daneben stehen die Köpfe mit willensbetonten Untergesichtern, intellektuellen Stirnen.
Vorbei die Idee, dass Intellekt und Wesen eine ruhige Partnerschaft eingehen können!
Widersprüchliches Leben von der Künstlerin auf den Punkt gebracht. Wir dürfen uns aussuchen, mit welcher Form wir uns ergänzen wollen.
Nein Elisabeth Wischeropp lässt uns nicht nur vom Rosengarten träumen!
Dennoch, sie überzieht keine Form. Hält sich an die Gestalt und den Ausdruck des Lebenden. Ist immer konstruktiv und ehrlich.
Nie beleidigt sie die lebendige Natur.
Wir alle, Betrachter und Zuschauer, kennen ja das Leben in seiner scheinbaren Widersprüchlichkeit und lassen uns gerne von einer empfindsamen und starken Künstlerin an das Abenteuer Mensch und die formende Kraft der Psyche führen.
Geradezu lyrisch wirken die Fayencen.
Martin Mindermann, Künstlerkollege, formte die fülligen Gefäße und Elisabeth Wischeropp gestaltete sie mit den für sie typischen, lasziv und genüsslich wie hingegossen daliegenden Männer- und Frauengestalten aus. Eine künstlerische Kombination, die uns eine Insel für Tagträume in der eigenen Wohnung schafft!
Professor Waldemar Otto hat seine Erwartungen an seine Meisterschülerin erfüllt gesehen. Elisabeth Wischeropp bringt uns die Wahrheit, die Echtheit und die lebensfrohe Lebendigkeit im Wesen des Menschen in ihrer Kunst nahe.
Das ist in dieser kraftvollen Art nicht alltäglich!
Dafür danke ich der Künstlerin Elisabeth Wischeropp.
