Jette Slangerod

  • Jette Slangerod, Daytripper 3
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In den Werken von Jette Slangerod begegnen uns sonderbare Geschöpfe,
formatfüllende Riesenformen und winzige Kleinstgestalten. Die Tatsache, dass es
sich um Malerei handelt, tritt zurück hinter dem beeindruckend beunruhigenden
Auftritt dieser Wesen, die wie aus einer anderen Welt sich auf dem Bildträger
manifestieren. Die Titel der einzelnen Werkgruppen deuten auch schon an, dass es
»Besucher« sind, die unsere Umgebung betreten oder auch in sie eindringen, das
heißt, eine unsichtbare Grenze überschreiten: die zwischen Bildraum und
Lebensraum.


Das Thema der Grenzüberschreitung zeigt sich sowohl in der Wahl des Bildträgers
als auch des Motivs. Der Begriff Motiv ist insofern angebracht, als sich ihre abstrakte
und auf Struktur basierende Malerei im Laufe der Zeit zu deutlich faßbaren, mehr
oder weniger konturierten Figurationen hin entwickelte. Nicht Figuren
gegenständlicher Art, und doch so sinnlich erfahrbar wie ein konkretes menschliches
oder kreatürliches Gegenüber. Woher kommen diese Bildgestalten, die entweder so
klein sind, dass sie wie durch ein Mikroskop gesehene Wechseltierchen wirken oder
in Überlebensgröße die Betrachter auf geradezu bedrohliche Weise konfrontieren?
Slangerods bildnerische Inspiration speist sich aus zwei Quellen, den
Gastaltbildungsprozessen der Natur und den kaum zu versprachlichenden, jedoch
virtualisierbaren Gefühlsqualitäten der menschlichen Psyche.

Dr. Anette Naumann

 

www.slangerod.de

slangerod@gmx.de