Einladung zur zweiten Infoveranstaltung TiefSee

21.08.2017

TIEF SEE – Einladung zur Beteiligung

Infoveranstaltung am Montag, 21.08., 19.00 Uhr in der Städtischen Galerie

 

Liebe Künstlerinnen,

 

 

Die Städtische Galerie Bremen und der Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK entwickeln für den Herbst 2018 eine Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Tief See“ zum Themenkomplex des Lebensraums Wasser mit einem besonderen Fokus auf Wasserlebewesen und dem Gebiet der Tiefsee.

 

Wasser bedeutet den Ursprung des Lebens und damit auch des Menschen. Wasser ist auf der anderen Seite ein Lebensraum, den wir vielfältig nutzen und der unser Leben bestimmt, in dem Menschen jedoch nicht leben können. Gerade das Meer, das in einer Stadt wie Bremen auf verschiedenen Ebenen von existenzieller Bedeutung ist, ist Gegenstand aktueller kultureller wie wissenschaftlicher wie soziopolitischer Diskurse.

 

Ausgehend von der Frage nach gegenwärtigen Mensch-Tier-Beziehungen soll in der Ausstellung das spezifische Thema des Lebensraums Wasser aufgearbeitet werden. Dabei sehen wir auf der einen Seite eine lange Tradition von fantastischen und mythischen Vorstellungen, die mit diesem Lebensraum, insbesondere dem Meer und seinen Wesen verbunden sind. Diese werden zurzeit durch eine Flut neuer wissenschaftlicher Entdeckungen und Erkenntnisse auf der Grundlage verbesserter technischer Möglichkeiten vor allem für den Bereich der Tiefsee manchmal geradezu ad absurdum geführt, weil die entdeckten Wesen noch fantastischer wirken als die Monster, die Menschen schon immer unter der Wasseroberfläche vermutet haben. Das Meer, die Tiefsee vor allem, ist die letzte Wildnis der Erde und sie sperrt sich gegen eine fundierte Erforschung und Vereinnahmung.

 

Auf der anderen Seite ist gerade dieser Lebensraum aktuell besonders bedroht, es ist der Menschheit erst jüngst bewusstgeworden, wie nachhaltig wir dieses Ökosystem verändern und zerstören, obwohl wir auch gerade erst erkennen, wie wichtig es für unsere eigene Lebenswelt ist. Vom Plastikabfall, über den Klimawandel und agrarindustrielle Verschmutzung bis zu Überfischung verursachen Menschen eine radikale Veränderung, die politische, wissenschaftliche wie auch künstlerische Auseinandersetzungen und Strategien fordert, um sie zu analysieren und anders mit diesem Lebensraum umzugehen.

 

Diese Aspekte des Lebensraums Wasser sollen in künstlerischen Projekten für die Ausstellung bearbeitet werden, mit einem Fokus auf die Wasserlebewesen. Dabei möchten die Städtische Galerie Bremen und der Künstlerinnenverband Bremen überregionale künstlerische Positionen, die bereits zu diesem Thema arbeiten, mit Bremer Künstlerinnen und ihren Werken zusammenbringen. Um eine angemessene Beteiligung von Bremer Künstlerinnen mit Interesse an diesem Thema zu gewährleisten, haben sich die Organisator*innen entschieden, zunächst detaillierte Informationen bereitzustellen.

 

Daher laden wir für Montag, den 21. August 2017, 19 Uhr, in die Städtische Galerie Bremen ein, wo wir von kuratorischer Seite über das Projekt informieren möchten, wo aber vor allem die Kulturwissenschaftler Jan C. Oberg und Sven Bergmann von der Universität Bremen spezifische fachliche Einblicke in das Thema ermöglichen, die hoffentlich für möglichst viele Bremer Künstlerinnen anregend zu eigenen Projekten sind.

 

Wir bitten bis Oktober 2017 um die Einreichung solcher Projekte, aus denen eine Jury dann die Kunstprojekte auswählt, die bis Herbst 2018 realisiert und in Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen zusammen mit den überregionalen Positionen präsentiert werden. Die offizielle Ausschreibung für das Projekt folgt in den nächsten Tagen.

 

Das bisherige Konzept der Ausstellung wurde von der Städtischen Galerie Bremen und dem Künstlerinnenverband gemeinsam mit den freien Kuratorinnen Anna Kindvall (Malmö) und Alexandra Waligorski (Hamburg) entwickelt. Eine Kooperation mit einer südschwedischen Kunstinstitutionen wird verhandelt und soll die Möglichkeit einer internationalen Zusammenarbeit zu diesem Thema bringen, das sowohl für die Region im Nordwesten Deutschlands als auch in Südschweden existenziell ist.