Carlotta von Haebler
Carlotta von Haebler (*1991 in Göttingen) ist deutsche Performance- und Installationskünstlerin. Sie lebt und arbeitet in Bremen.
Nach dem Bachelor in Szenische Künste an der Stiftung Universität Hildesheim absolvierte sie ihr Diplom in Freier Kunst an der Hochschule für Künste Bremen. Dort war sie 2023/2024 Meisterschülerin in der Klasse Korpys/Löffler für Raum- und Körperkonzepte. Sie wurde im Studium als Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung gefördert.
Ihre künstlerische Praxis umfasst Performance, Malerei und Installation. Im Zentrum steht die Frage, wie Körper, Erfahrung und Identität durch gesellschaftliche Normen und Ordnungen geformt und strukturiert werden. Sie sucht nach Momenten, in denen diese Strukturen und Einschreibungen instabil werden, Bedeutungen kippen und neue Formen des Denkens und Handelns möglich werden. Dafür erforscht sie verdrängte, widersprüchliche oder gesellschaftlich als unangemessen geltende Emotionen und Erfahrungen, insbesondere Trauer, Klage, Schmerz und Verletzlichkeit als transformative und politische Praxis.
Ihr eigener Körper dient ihr dabei als Material und Versuchsanordnung. Sie versteht ihn als verletzliche und zugleich erzählerische Oberfläche, die sich erst in Relation zu ihrer Umgebung und durch Austausch mit ihr beschreibt. Schmerz, Scham, Trauer und Verletzlichkeit werden an ihm sichtbar – nicht als Defizite, sondern als Erfahrungen, in denen sich gesellschaftliche Machtverhältnisse und Formen von Gewalt einschreiben. Gerade dort, wo der Körper seine Grenzen zeigt, können diese Verhältnisse sichtbar und ihre vermeintliche Selbstverständlichkeit infrage gestellt werden. Verletzlichkeit wird damit zu einem möglichen Ort von Widerstand und Transformation.
Seit 2020 arbeitet sie als Lehrbeauftragte am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Universität Hildesheim und lehrt dort im Bereich künstlerischer Praxis.
Bildlegende:
- Carlotta von Haebler, is og eldur or how to carry a wound, Ausstellungsansicht Lavastein in Wand Performancepartitur, Gerhard Marcks Haus, 2024, Foto: Carlotta von Haebler 2,
- Carlotta von Haebler, is og eldur or how to carry a wound, Ausstellungsansicht Lavastein in Wand Performancepartitur, Gerhard Marcks Haus, 2024, Foto: Carlotta von Haebler,
- Carlotta von Haebler, is og eldur or how to carry a wound, Performance im Gerhard Marcks Haus, 2024, Foto: Leon Sahiti,
- Carlotta von Haebler, Tiefe Traurigkeit ueber die Unzulaenglichkeit der Welt No.3, Ausstellungsansicht im Tor 40, 2026, Foto: Jens Weyers,
- Carlotta von Haebler, Tiefe Traurigkeit ueber die Unzulaenglichkeit der Welt No.3, Ausstellungsansicht im Tor 40, 2026, Foto: Hanna Stijnen 2,
- Carlotta von Haebler, Tiefe Traurigkeit ueber die Unzulaenglichkeit der Welt No.3, Ausstellungsansicht im Tor 40, 2026, Foto: Hanna Stijnen