100 JAHRE GEDOK: Atelierführung bei KOLLEGGS am So., 13.09., 15-17 Uhr

15.07.2026

Wo Kunst wächst – Atelierführung bei Kolleggs - Ateliers und Werkstätten

 

Sonntag, den 13. September 2026, 15–17 Uhr

 

mit Atelierbesuchen bei Evita Emersleben, Barbara Rosengarth, Jette Slangerod und Marina Schulze.

Ob „die liebste Stube aus meinem ganzen Leben“ (Paula Modersohn-Becker, 1907) oder „a Room of One's Own“ (Virginia Woolf, 1928) – Ateliers prägen seit jeher künstlerisches Arbeiten: als Orte des kreativen Schaffens, Denkens und Austauschs. Kunst dort erleben, wo sie entsteht: Insgesamt drei Führungen durch lebendige Bremer Künstler:innenhäuser ermöglichen Einblicke in spannende Kosmen zeitgenössischer Kunstproduktion. Die dritte und letzte Tour am So., 13.09.2026, 15 Uhr führt in die Kolleggs – Ateliers & Werkstätten: Auf dem ehemaligen Kellogg's-Areal ist in den letzten zehn Jahren, mitten in einem sich noch entwickelnden neuen Bremer Stadtteil, eine lebendige Ateliergemeinschaft entstanden. Cordula Prieser leitet uns durch die Ateliers der Künstlerinnen Evita Emersleben, Barbara Rosengarth, Jette Slangerod und Marina Schulze:

 

Evita Emersleben changiert in ihrer künstlerischen Praxis zwischen Performance, Malerei und Zeichnung, wobei sie häufig fetthaltige, sinnliche Alltagsmaterialien einsetzt und den Bildprozess als performativen, körperlichen Akt konzipiert. Das Porträt begreift sie dabei weniger als Abbild denn als Akt der visuellen Berührung und Verschmelzung mit dem Gegenüber. Barbara Rosengarth untersucht in Malerei und Zeichnung die serielle Vervielfältigung und Variation geometrischer Grundmuster, deren Ausgangspunkt ursprünglich das Falten von Stoffen war. Aus der nicht exakten Faltung und das schräge Aufeinandertreffen der Musterpartien entstehen neue, zufällige Strukturen. Cordula Prieser entwickelt dreidimensionale Raumobjekte meist aus einfachen Materialien wie Holz, Garn oder Draht, die sich durch besondere Leichtigkeit und Transparenz auszeichnen – Skulptur wird so, in den Worten der Künstlerin, zu einem „Angebot, den Raum zu erfahren“. Jette Slangerod positioniert ihre malerischen „Porträts“ jenseits konventioneller Bildnistradition: In amorphen, körperlosen Formen verhandelt sie das Verhältnis von Figur und Bildgrund und verlagert den Fokus von physiognomischer Ähnlichkeit auf die Darstellung von Psyche und Charakter. Marina Schulze überführt fotografisch fixierte Ausschnitte von Haut oder Wasseroberflächen in großformatige, mehrschichtig aufgebaute Gemälde. Die lupenartige Vergrößerung des Details löst dessen Struktur vom ursprünglichen Gegenstand ab und führt die Malerei an die Schwelle zur Ungegenständlichkeit.

 

Im Gespräch mit dem Publikum geben die Künstlerinnen Einblicke in ihre Arbeitsweisen, die Entstehungsprozesse ihrer Werke und ihren künstlerischen Alltag.

Dauer: 2 Stunden, 5 € für Führung / Für Mitglieder kostenfrei Die Karte berechtigt zum ermäßigten Eintritt in die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum.

Vorverkauf über https://www.museen-boettcherstrasse.de

Ort: 

Kolleggs – Ateliers & Werkstätten
Stephanikirchenweide 19 
28217 Bremen

 

Die Führungen sind ein Kooperationsprojekt vom Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK, dem Paula Modersohn-Becker Museum sowie den Atelierorten (KH Künstler:innenhaus Bremen, Güterbahnhof Bremen – Areal für Kunst und Kultur und Kolleggs – Ateliers & Werkstätten)

Foto: Studio von Marina Schulze